ich kann meinen,
die wahr.nehmung des großen himmels - der unendlichen weite der wolken meines laptop.desktop.bildes
sei nicht die wirklichkeit
...nur ein inneres fühlen.
ebenso,
könnte ich daraus folgern,
das die wirkliche weite selbst - nur meiner vorstellung entspricht
einerseits.
andererseits
kann ich auch schlußfolgern,
das schlußletztendlich - es diese unendliche weite selbst ist,
welche dies abbild der unendlichen weite in mir läßt wahr.nehmen
sei es im inneren - sei es im äußeren.
was ich glaube
trägt mich weiter.
ein mensch
mein schiff ist untergegangen. ich treibe im offenen ozean; keine aussicht auf rettung. dann erfasst mein auge in einiger entfernung einen gegenstand, der im wogen der wellen auftaucht und wieder verschwindet - ein rettungsring! ich spüre freude und, wie sich all meine hoffnung an diesen ring klammert, der sich gerade wieder meinem blick entzogen hat. meine ganze aufmerksamkeit richtet sich nun darauf, mir die richtung zu merken, in der ich den ring zum letzten mal gesehen habe. mit den mir verbleibenden kräften kämpfe ich gegen die meterhohen wellen an. was um mich herum geschieht, nehme ich nicht mehr wahr.
plötzlich werde ich von hinten aus dem wasser gezogen - in ein rettungsboot.
ein mensch
stetige
tropfen,
die den stein aushöhlen.
selten die intensive welle
welche
bei zeiten,
durch die ausgeformte
öffnung
hindurch
schwappt.
ein mensch
eine krise ist der punkt, an dem einem das leben ganz unmissverständlich zu verstehen gibt: "ja, richtig - du sollst schon durch die wand gehen; aber doch nicht hier an dieser stelle, sondern dort drüben: durch die tür!"
und manchmal brauchen wir dann eine weile um zu verstehen, wo denn genau "dort drüben" ist.
ein mensch
wenn dir etwas angenehmes geschieht,
du dich lebendig und verbunden erlebst,
sage nicht: "ich habe es richtig gemacht."
wenn dir etwas unangenehmes geschieht,
du dich einsam und abgeschnitten fühlst
von dir selbst und der welt,
sage nicht: "ich habe es falsch gemacht."
sage einfach: "es ist mir geschehen."
ein mensch
jede lösung,
die weiter als ein atemzug
entfernt ist,
ist
ein totaler scheiss.
ein mensch
angenommen, ein großes dampfschiff fährt ohne brücke, kapitän oder steuerrad mit volldampf auf ein felsriff zu. ist es dann nicht sinnvoll und gut, wenn diejenigen der zahlreichen heizer unter deck, die etwas von dieser problematik ahnen, ihre arbeit unterbrechen, um sich mit der frage des kurses und der steuerung des schiffes zu befassen?
selbst, wenn sie keinen ausweg aus der problematik finden sollten - wird der aufprall des schiffes auf das riff nicht weniger hart sein? weniger hart, als wenn auch sie - wie alle anderen besatzungsmitglieder - unter deck kohlen geschaufelt und das schiff damit noch weiter beschleunigt hätten? wird dann nicht die gesamte besatzung von ihrem innehalten und aushalten, von ihrem wahrnehmen der situation und auch von ihrem, unbeantwortet gebliebenen, fragen nach einer lösung profitieren? und: was genau bedeutet es, "mit dem schaufeln aufzuhören"? was ist es eigentlich, das das schiff ohne steuerrad auf das riff zufahren lässt? und: was genau ist eigentlich ein schiff, was genau ist ein riff? gibt es schiff, felsriff und besatzung überhaupt? sind sie in wirklichkeit existent? - worin genau besteht "die problematik"?
- als mir die idee zu dieser metapher gekommen ist, war es bei mir gerade meine angst davor, dass ich nicht genug "schaufle", nicht genug arbeite und lerne, dass ich nicht ausreichend vorbereitet bin auf die anforderungen, die an mich gestellt werden könnten. ich fürchtete mich davor, alleine dazustehen vor anderen menschen und eingestehen zu müssen, etwas nicht rechtzeitig getan zu haben. das "felsriff" bedeutete für mich, dass ich in diesem zustand der angst nicht mehr mit mir selbst in beziehung war und das gespür für das rechte maß - für das, was gut war verloren hatte: ich konnte selbst dann nicht aufhören, zu "schaufeln", als ich einen grippalen infekt bekam und offensichtlich ruhe brauchte.
ein mensch
manchmal merke ich, dass
wir schlafen.
besetzt von unseren plänen und sorgen,
der angst vor morgen.
verstrickt in eine komplizierte welt aus gedanken,
die allein in unserer vorstellung existiert:
gewaltige konstruktionen aus rostigem metall
an denen wir schweißen und feilen,
uns daran klammern.
und doch geht das leben weiter,
ungeachtet all der geistigen bastelei,
unserem festhalten.
einfach weiter.
die stille wartet geduldig dahinter.
in jedem augenblick die chance,
aufzuwachen
und da zu sein,
hier und jetzt,
wach, offen und vom leben berührt.
ein mensch
im augenblick
ist
die wirklichkeit.
das nichts;
- bleibt;
- übrig;
...als ein gedanke,
...ein gefühl,
...dauert an...
und was
ist
anarchie
...wirklich?
ein mensch
manchmal
sehe ich
uns
soviel essen
lassen uns kaum zeit
zu verdauen,
...essen so viel,
geistiges,
so viel input,
so viel ausdruck,
...so viele gefühle
so viele filme,
gedanken
begegnungen.
manchmal
sehe ich mich.
hecheln von einer mahlzeit
zur anderen
nährenden
und
entbehrenden
du
bist der langsamste
von uns allen
ein mensch
manchmal,
mache ich aus dingen geheimnisse,
die gar keine sind.
manchmal sehe ich,
daß mich das blind macht,
vor dem wirklichen
geheimnis
des lebens
ein mensch